Organisationsentwicklung
Wenn Zusammenarbeit zu viel Energie kostet und Spannungen unausgesprochen bleiben.
Nicht das Projekt stockt, sondern das Zusammenspiel
Manche Probleme lassen sich nicht als Projekt lösen, weil sie zwischen den Beteiligten liegen: Rollen überschneiden sich, Entscheidungen werden zweimal getroffen, und das Wichtigste wird auf dem Flur besprochen statt im Raum. Wir machen diese Muster zuerst sichtbar und dann besprechbar – mit allen, die sie tragen. Dazu gehört, psychologische Sicherheit herzustellen: einen Rahmen, in dem Widerspruch und Fehler aussprechbar sind, ohne dass es jemanden etwas kostet. Erst dann lassen sich Rollen, Strukturen und Zusammenarbeit so verändern, dass es im Alltag hält. Der Unterschied zum Veränderungsmanagement: Dort begleiten wir ein konkretes Vorhaben, das nicht versanden soll. Hier arbeiten wir am Zusammenspiel selbst – auch wenn es kein einzelnes Projekt gibt, an dem es sich festmachen ließe.

Woran es meistens hängt
Was wir konkret tun
Wir beginnen mit Gesprächen quer durch die Organisation – Führung, Fachbereiche, Mitarbeitende – und fassen zusammen, was wir hören. Daraus entsteht ein Bild der Muster, in dem sich alle wiedererkennen, auch wenn jede Seite sie vorher anders beschrieben hätte. Bevor wir an Strukturen arbeiten, stellen wir her, dass Widerspruch im Raum sagbar ist – sonst bleibt die eigentliche Ursache unter der Decke. Danach setzen wir dort an, wo sich mit dem geringsten Aufwand am meisten ändert: Rollen und Entscheidungswege klären, Besprechungsformate neu schneiden, Vereinbarungen für Konflikte und Feedback treffen, die im Alltag auch benutzt werden. Wir bleiben dabei, bis die neuen Wege ohne uns tragen. Kostet die Zusammenarbeit bei euch gerade mehr Energie, als sie sollte? Erzählt uns, woran es hängt.
Wie das aussieht, wenn es funktioniert
Bei der Facharztagentur waren die Strukturen über Jahre angebaut worden: viele Abstimmungsschleifen, starke Abteilungslogik, Themen, die niemand ansprach. Auf die Frage, wofür das Unternehmen steht, blieb es in den ersten Workshops still. Ein Jahr später meldet das Team zurück: „Dinge werden besprechbar. Themen kommen an die Oberfläche.“ Für die Forschungsgruppe, die die Veränderungsarbeit trägt, hatten sich 26 Menschen aus der Belegschaft beworben.
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